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Über das Projekt

Wie wirkt sich der Wandel hin zur Bioökonomie auf soziale Ungleichheiten aus? Dieser Frage geht die Nachwuchsgruppe im Bereich Bioenergie nach. 

Die Transformation des Energiesektors weg von fossilen hin zu erneuerbaren Energien ist ein Kernziel der Bioökonomie und gewinnt in Industrie- und Schwellenländern zunehmend an Bedeutung. Die Nachwuchsgruppe nimmt zum Ausgangspunkt, dass gesellschaftliche Veränderungen nicht – das betrifft auch Technologieentwicklungen – im luftleeren Raum stattfinden. Vielmehr sind sie von vielfältigen sozialen Ungleichheitsverhältnissen von der globalen bis zur lokalen Ebene durchdrungen. Deshalb wird untersucht, wie sich der Transformationsprozess zur Bioökonomie auf die asymmetrischen Nord-Süd-Verhältnisse im globalisierten Bioenergiesektor, aber auch auf die lokalen Arbeitsverhältnisse und Landzugangsrechte auswirkt. Oder kurz gesagt: Wer profitiert, wer verliert und warum?

Die Nachwuchsgruppe verknüpft Fragen der Politischen Ökologie mit denen der Globalen Ungleichheitsforschung. Mit dieser transnationalen, sozial-ökologischen Ungleichheitsperspektive werden etwa Landkonflikte verstehbar, bei denen Akteur_innen auf lokaler Ebene, wie kleinbäuerliche Familien oder Landarbeiter_innen, mit nationalstaatlichen Regierungen, internationalen Konzernen und Organisationen involviert sind. Außerdem kann differenzierter untersucht werden, welchen Einfluss geschlechterbezogene oder ethnische Zuschreibungen im Zusammenspiel mit Klassenstrukturen darauf haben, wer von diesem gesellschaftlichen Wandel profitiert oder nicht.

Vier Aspekte sozialer Ungleichheiten stehen dabei im Zentrum:

  • Arbeits- und Landzugangsverhältnisse im ländlichen Raum

  • Zugang zu und Produktion von Wissen und Technologien rund um die Bioenergie

  • politische Teilhabe in den neu entstehenden transnationalen Foren zur Förderung eines (nachhaltigen) Transformationsprozesses zur Bioökonomie

  • Handel und Investitionen

Ziel der Nachwuchsgruppe ist es, die Forschung zu globalen Ungleichheiten mit ökologischen Fragestellungen zu verbinden und einen empirisch begründeten Beitrag zur politischen Bewertung und Gestaltung der entstehenden Bioökonomie zu leisten.

 

Zentrale Forschungsfragen

  • Wie wirken sich Förderstrategien für Bioenergie auf soziale Ungleichheiten weltweit aus? Wer gewinnt, wer verliert?

  • Inwiefern werden asymmetrische Nord-Süd-Verhältnisse in Bezug auf Handel, Investitionen und Technologien rekonfiguriert?

  • Inwiefern verändern sich Klassen-, Geschlechter- und andere Differenzverhältnisse in Bezug auf den Zugang zu Land und Arbeitsverhältnisse durch die Bioenergieförderung?

  • Wie hängen diese Veränderungen in Brasilien, Argentinien, Indonesien, Malaysia und Deutschland zusammen oder beeinflussen sich wechselseitig? Inwiefern unterscheiden sich die regionalen Entwicklungen?

  • Welche Entscheidungs- und Handlungsräume entstehen für wen in der entstehenden Bioökonomie? Wer ist in der Lage, die Entwicklungen aktiv mitzugestalten, wer wird dabei ausgeschlossen?

  • Welches Wissen und welche Technologien werden im Rahmen der Bioökonomieförderung gefördert?

  • Welche Ansatzpunkte für eine demokratische und gerechte Transformation der Energiesysteme lassen sich ableiten?
     
                                                    Grafik mit den Projektbausteinen: Baustein 1: Analyserahmen: Bioökonomie und transnationale soziale Ungleichheiten, Baustein 2: Fallstudie Brasilien, Baustein 3a: Fallstudie Deutschland, Baustein 3b: Fallstudie Verflechtungsraum Europa, Baustein 4: Fallstudie Indonesien/Malaysia, Baustein 5: Politische Partizipation und Demokratie, Baustein 6: Wissen und Technologieentwicklung´, Baustein 7: Handelsbeziehungen und Investitionen, Baustein 8: Empirische Synthesearbeit