Plenarveranstaltung: "Intersektionale Perspektiven auf sozial-ökologische Krisendynamiken in einer ungleichen Welt"

Diskussion im Rahmen der DGS-Regionalkonferenz "Great Transformation: Die Zukunft moderner Gesellschaften"

 

Aus der Perspektive der kritischen Gesellschaftstheorie ist die sozial-ökologische Krise – wie sie sich in Klimawandel, Artenrückgang oder Naturkatastrophen manifestiert – Ergebnis der Wachstumszwän­ge des Kapitalismus und auch Ausdruck einer gesellschaft-lichen Krise. Es besteht Einigkeit im kritischen Debattenfeld, dass die ökologische Krise mit globalen sozialen Ungleichheiten artikuliert ist. Umstritten ist jedoch die Frage, wie sie genau mit globalen sozialen Ungleichheiten zusammenhängt: Welche Verantwortung trägt der globale Norden an der sozial-ökologischen Krise? Welche der globale Süden? Welche sozialen Gruppen innerhalb der verschiedenen Weltregionen sind jeweils Verursacher und Leidtragende? Wie ist ein globales Postwachstum gerecht und demokratisch umsetzbar? In dem Panel sollen diese Fragen und Debatten zum Ausgangspunkt genom­men werden. Es soll diskutiert werden, wie die Verflechtungen und Interdependenzen von sozialen Ungleichheiten im globalen Norden und globalen Süden in den Blick genommen werden können, ohne die Kontinuitäten von Nord-Süd-Asymmetrien bei der Verursachung und Bearbeitung der sozial-ökologischen Krise zu verschleiern oder die transnationalen querliegenden Ungleichheitsverhältnisse wie Klasse, Geschlecht, Ethnizität und andere zu ignorieren. Der zentrale Anknüp­fungspunkt für das Panel sind u.a. in der feministischen Debatte entstandene Perspektiven auf transnationale Intersektionalitäten. Dabei werden insbesondere Ansätze diskutiert, die das Zusammenwir­ken verschiedener Diskrimi-nierungsformen und Ungleichheitsdimen­sionen nicht auf die individuelle oder lokale Ebene beschränken. Ziel des Panels ist es, vor dem Hintergrund der Debatten im Kolleg ›Postwachstumsgesellschaften‹ zu globalen Ungleichheiten, sozial-ökologischen Krisendynamiken und ihrer Verursachung, Anknüp­fungspunkte für intersektionale Perspektiven zu skizzieren und damit verbunden zu diskutieren, welche Implikationen dies für die Entwick­lung einer demokratisch gestalteten, sozial-ökologischen Transforma­tion hat.

Eine Beschreibung der Veranstaltung ist im Programm der Regionalkonferenz zu finden.

 

Organisator_innen: Maria Backhouse, Anne Tittor

Diskutant_innen: Emma Dowling (Jena), Sarah Hackfort (Berlin), Markus Wissen (Berlin)

Moderation: Miriam Boyer (Berlin)

Datum: 24.9., 5.00 – 17.30 Uhr
Raum: Großer Rosensaal, Fürstengraben 27

Zeitraum: 24.09.2019 15:00 Uhr - 17:30 Uhr