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Working Papers

Working Paper 11

Gutes Leben und gute Bioökonomie? Der Einfluss von Buen Vivir auf politische Projekte in Ecuador (Deutsch)

von Philip Koch

Das Working Paper befasst sich mit dem scheinbaren Gegensatz zwischen einer grünen Politik der Bioökonomie und dem Konzept des Buen Vivir, wie es seit 2008 in der Verfassung Ecuadors verankert ist. Die Analyse von Expert*inneninterviews ergibt, dass die Verbindung beider Konzepte auf der Begriffsentleerung und -neubesetzung einer bestimmten Form von Buen Vivir beruht. Gleichzeitig findet aber auch eine Verschiebung des Entwurfs einer Ecuadorianischen Bioökonomie statt: Anders als in anderen nationalstaatlichen Kontexten, wie z.B. in Argentinien, werden in den Debatten um die Ausrichtung der Bioökonomie in Ecuador Aspekte wie Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit aufgegriffen. Diese werden in anderen nationalen Kontexten oftmals zugunsten einer Politik des Grünen Wachstums vernachlässigt.

 

Working Paper 10

From a fossil towards a renewable energy regime in the Americas? Socio-ecological inequalities, contradictions and challenges for a global bioeconomy (Englisch)

von Maria Backhouse, Fabricio Rodríguez und Anne Tittor

Ausgehend von den politisch-ökonomischen Erkenntnissen der Politischen Ökologie und ergänzt mit der globalen Perspektive der Weltsystemanalyse, beleuchtet das vorliegende Workingpaper die Energielandschaft in den Amerikas. Die Analyse konzentriert sich auf die sozial-ökologischen Ungleichheiten und Konflikte, die die vergangenen und aktuellen Kämpfe um fossile und erneuerbare Energieprojekte prägen.

 

Working Paper 9

Sugarcane Industry Expansion and Changing Land and Labor Relations in Brazil. The Case of Mato Grosso do Sul 2000–2016 (Englisch)

von Kristina Lorenzen

Das Working Paper analysiert, wie die Expansion der Zuckerrohr-Industrie die Land- und Arbeitsverhältnisse im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul verändert hat. Die Ergebnisse zeigen, wie sich der Zugang zu Lohnarbeit und Land für Bäuer_innen und Indigene gewandelt haben und dadurch neue Arbeitsregime entstanden sind.

 

Working Paper 8

Sustainable palm oil or certified dispossession? NGOs within scalar struggles over the RSPO private governance standard (Englisch)

von Janis Wicke

Als Ausgangsstoff für die Produktion von Biodiesel ist Palmöl im Kontext aufkommender Bioökonomie-Strategien in Europa und Südostasien zu einem widersprüchlichen und kontrovers diskutierten Rohstoff avanciert. Das Paper nimmt Bezug auf die theoretische Politics of Scale Debatte und analysiert die Entstehung des private governance standard Roundtable on Sustainable Palm Oil als eine räumliche Transformation der Regulierung der Palmölproduktion. Der Fokus des Papers liegt auf der Rolle von NGOs im Prozess der Aushandlung von Standards und ihrer Implementierung auf verschiedenen Schauplätzen der Gesellschaft von der lokalen bis zur globalen Ebene. Ich argumentiere, dass NGOs dazu in der Lage waren die Interessen marginalisierter Bevölkerungsgruppen, wie Plantagenarbeiter*innen, Kleinbäuer*innen und lokalen Communities auf die internationale Ebene zu übersetzen und ihre Rechte in den Standards des RSPO zu verankern. Jedoch unterminiert die fehlende Durchsetzung der Standards auf der lokalen Ebene eine erfolgreiche Interessenvertretung und stellt die Wirksamkeit von NGO-Arbeit innerhalb des RSPO in Frage.

 

Working Paper 7

“My future depends on how many fruit bunches I can harvest”. Migrant workers in the palm oil sector in the wake of a Malaysian Bioeconomy (Englisch)

von Janina Puder

Die anvisierten Transformationen der Bioökonomie-Strategie Malaysias hängen besonders von dem ökonomischen Erfolg und Ausbau des Palmöl-Sektors ab. Der Sektor ist durch einen hohen Anteil an niedrig-qualifizierten Arbeitsmigrant_innen gekennzeichnet, die in der Regel für sogenannte dirty, dangerous und degrading Tätigkeiten eingesetzt werden. In Konzentration auf die sozialen Prozesse, die mit dem malaysischen Programm einhergehen, ist es von besonderem Interesse zu verstehen, welche Beschäftigungsgruppen im Palmöl-Sektor von den Plänen zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen durch die Transformation hin zu einer Bioökonomie berücksichtigt und welche davon ausgeschlossen sind. Das Working Paper legt dar, inwiefern migrantische Palmölplantagen- und Mühlenarbeiter_innen strukturell von den sozio-ökonomischen Plänen des malaysischen Bioökonomie-Programms exkludiert werden. Es wird davon ausgegangen, dass diese Exklusion mit einer spezifischen Prekarität einhergeht, die durch den sozio-ökonomischen Status niedrig-qualifizierter Arbeitsmigrant_innen in Malaysia bedingt wird.

 

Working Paper 6

Whose European Bioeconomy? The Orientation of EU Bioeconomy Policy Following its Update (Englische Version von WP4)

von Malte Lühmann

In den vergangenen Jahren hat die EU eine eigene Bioökonomiepolitik etabliert. Ein zentraler Schritt dabei war die Erarbeitung einer Bioökonomiestrategie, die im Jahr 2012 veröffentlicht wurde. Darin formulierte die EU-Kommission Leitlinien für die Bioökonomie in Europa mit dem Schwerpunkt auf Forschung und Innovation. Im Lau-fe des Jahres 2017 begann eine Überarbeitung der Strategie, die zur Veröffentlichung eines aktualisierten Papiers im Oktober 2018 führte. Der damit verbundene Review-Prozess beinhaltete die Möglichkeit einer Neubestimmung der Ausrichtung in diesem Politikfeld. An der Entwicklung einer europäischen Bioökonomiepolitik haben sich politische Akteur*innen aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen mit teils sehr unterschiedlichen Positionen beteiligt. Ihre Positionierungen sind auch in den Review-Prozess der Bioökonomiestrategie eingegangen. Die Breite der eingebrachten Positionen hat allerdings nicht zu einer grundlegenden Debatte über Ziele und Inhalte der Strategie geführt. Im Ergebnis blieb die Ausrichtung der bisherigen Bioökonomiepolitik im Wesentlichen unverändert.

 

Working Paper 5

Bioökonomie in der Transplantationsmedizin. Unser Verständnis von Körpern, Gesundheit und Leben im Wandel (Deutsch)

von Ronja Wacker

Der Gesundheitssektor bildet als dritte große Säule mit den Sektoren Industrie und Agrar das Fundament der Bioökonomie. Die hier generierten biotechnologischen Innovationen sollen Therapie, Diagnose und Medikation revolutionieren und den gesamten Sektor zukunftsfähig machen. Dass dieser Wandel sich ebenfalls tiefgreifend auf unser Verständnis von Körpern, Gesundheit und Leben auswirkt, soll im folgenden Paper aufgezeigt werden. Dazu soll zunächst diskutiert werden, welche historischen Entwicklungen und Prozesse den Weg für einen bioökonomisierten Gesundheitssektor geebnet haben und ihn konstituieren. Anschließend soll deutlich gemacht werden wie Bioökonomie konzeptuell theoretisch in Anlehnung an Debatten zu Foucaults Biopolitik und das marx‘sche Subsumtions-Theorem zu fassen ist. Die impliziten Prozesse der Bioökonomie, die diese Konzeptualisierung bedingen, werden am Feld der Transplantationsmedizin illustriert, wo sie bis zu den innersten Teilen des menschlichen Körpers – den Organen, Gewebeteilen und Körperflüssigkeiten – vordringen.

 

Working Paper 4

Wessen Bioökonomie für Europa? Die Ausrichtung der EU-Bioökonomiepolitik nach ihrer Aktualisierung (Deutsch)

von Malte Lühmann

Im Oktober 2018 veröffentlichte die EU-Kommission eine aktualisierte Bioökonomiestrategie als Ergebnis eines Review-Prozesses. Dieser Prozess beinhaltete zumindest prinzipiell die Möglichkeit einer Neuausrichtung in diesem Politikfeld. An der Entwicklung und Aktualisierung der EU-Strategie haben sich politische Akteur*innen aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen mit teils sehr unterschiedlichen Positionen beteiligt. Allerdings blieb die Ausrichtung der aktualisierten Bioökonomiepolitik im Wesentlichen unverändert. Dieser Befund wird im vorliegenden Papier dargestellt und unter Berücksichtigung hegemonialer Narrative und Ideen, sowie sozialer Kräfteverhältnisse in der EU erklärt.

 

Working Paper 3

The conflict surrounding wind power projects in the Mexican Isthmus of Tehuantepec. Renewable energies and politics of scale (Englisch)

von Rosa Lehmann

Großflächige Windenergieanlagen, wie sie seit einigen Jahren im Südosten Mexiko geplant und gebaut werden, sind hoch umstritten. Vor allem auf lokaler Ebene gibt es große Widerstände gegen diese Projekte transnationaler Unternehmen, die Strom für Kund_innen in anderen Regionen Mexikos erzeugen. Das Working Paper thematisiert die Hintergründe und wichtigsten Konfliktpunkte und fragt mit einer raumtheoretischen Perspektive danach, warum und auf welchen Ebenen Akteure von den Windkraftanlagen profitieren oder nicht, welche multiskalaren Strategien die beteiligten Akteure verfolgen, um ihre Interessen durchzusetzen und auf welche Ressourcen sie dabei zurückgreifen können. Das Paper argumentiert, dass diese Perspektive sinnvoll ist, um politische Prozesse und Konflikte rund um erneuerbare Energien zu untersuchen.

 

Working Paper 2

Bioenergie in der Neuordnung der europäischen Stromversorgung. Die strategischen Praxen des Bionergieverbandes AEBIOM (Deutsch)

von Tobias Haas

In dem Working Paper wird aus einer (neo)-gramscianischen Perspektive untersucht, welche Bedeutung der Biomasse in den Auseinandersetzungen um die Neuordnung der Energieversorgung zukommt, wie der zentrale Verband der Bioenergiebranche (AEBIOM) bei der umkämpften Ausgestaltung der neuen Richtlinie zur Förderung der erneuerbaren Energien agiert und welche Konflikte und Potentiale mit dem Ausbau der energetischen Nutzung von Biomasse verbunden sind.

 

Working Paper 1

Bioökonomie-Strategien im Vergleich. Gemeinsamkeiten, Widersprüche und Leerstellen (Deutsch)

von Maria Backhouse, Kristina Lorenzen, Malte Lühmann, Janina Puder, Fabricio Rodríguez und Anne Tittor

Im vorliegenden Working Paper werden Strategiepapiere der OECD, der EU, Brasiliens, Argentiniens, Indonesiens, Malaysias, der USA und Deutschlands hinsichtlich dessen verglichen, wie Bioökonomie definiert wird, welche Problemlagen mit den Bioökonomie-Strategien adressiert und welche Ziele damit verfolgt werden. Die vergleichende Analyse zeigt, dass es divergierende Verständnisse von Bioökonomie gibt. Abschließend werden Widersprüche der Bioökonomie-Strategien diskutiert und weiterer Forchungsbedarf skizziert.